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Pressemitteilungen

    15.09.2005Gemeinde Krauchenwies testet Wickelrohr-Reliningsystem

    Gemeinde Krauchenwies testet Wickelrohr-ReliningsystemDer Hersteller liefert das Endlosprofil auf einer großen Spindel zur BaustelleMit einem Wickelrohr-Relingsystem hat die DIRINGER & SCHEIDEL Rohrsanierung GmbH&Co. KG in der oberschwäbischen Ortschaft Göggingen drei Haltungen eines Abwassersammlers ausgekleidet. Dabei wurde ein patentiertes Kunststoff-Endlosprofil mit einer Wickelmaschine zu einem neuen kreisrunden Kanalrohr geformt und close-fit an das Altrohr angepasst. Bei der Verlegung vor Ort konnte das verwendete RIB LOC®-System punkten: Der reibungslose Ablauf und das einfache Handling haben den Bauherrn, die Gemeinde Krauchenwies, und den verantwortlichen Planer gleichermaßen überzeugt. Nach nur kurzer Bauzeit konnten die Sanierungsarbeiten in der Straße Roter Flügel mit einer erfolgreichen Dichtheitsprüfung abgeschlossen werden.
    „Die Tiefbauarbeiten sind Bestandteil der so genannten Kanalsanierung 2005“, erläutert der verantwortliche Planer Dipl.-Ing. Fritz Kovacic, Ingenieurbüro für Bauwesen. Bei den im Vorfeld durchgeführten Kamerabefahrungen waren umfangreichen Schäden an den alten Leitungen aus Stahlbetonrohren in der Nennweite DN 900 festgestellt worden. „Vor allem die starke Korrosion der Sohle, die in manchen Haltungen nahezu vollständig zersetzt ist, machen eine Sanierung dieses Teilstücks des Kanals unumgänglich“, so Kovacic weiter. Bei der Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten überzeugte DIRINGER & SCHEIDEL mit einem Sondervorschlag, der den Einsatz eines Wickelrohr-Relingsystems vorsah. Bei dem Rotaloc-Verfahren wird ein Spezial-Stegprofil aus PVC mit einer Wickelmaschine in die zu sanierende Haltung eingebracht. Die wie Nut und Feder aufgebaute Verbindung ist ein im Profil integrierter Schnappverschluss, der während des Wickelvorgangs kontinuierlich zusammengepresst wird. Dabei sorgen die bauarttypischen T-Stege für die erforderliche Steifigkeit des neuen Rohres. Eine zusätzliche Sicherheit für die Dichtheit wird durch einen Kleber in der Profilverbindung erzielt.

    Schnell montiert
    Zu Beginn der Baumaßnahme haben die Fachleute von DIRINGER & SCHEIDEL die Baustelleneinrichtung installiert. Neben einem Reinigungsfahrzeug und dem Werkzeugwagen gehört der Überwachungswagen mit der TV-Kamera dazu. „Nach einer gründlichen Reinigung der Haltung und weiteren Vorbereitungsarbeiten wie dem Anpassen von Muffenversätzen wurden die Hausanschlüsse eingemessen“ schildert D & S-Bauleiter Stephan Oeder den Ablauf vor Ort. Der Hersteller lieferte das Endlosprofil auf einer großen Spindel zur Baustelle. Je nach Profilstärke und Nennweite befinden sich bis zu 2 400 m auf einer Rolle. Bei der Sanierung eines Altrohres mit einer Nennweite von DN 900 reicht das für eine Strecke von rund 75 m. Neben Uhrzeit und Herstellungsdatum trägt das Profil eine spezielle Kennzeichnung mit Angaben zu Schlossbreite und Steghöhe. Zusätzlich ist ein Längenmaß aufgedruckt. Der Einbau des PVC-Profils erfolgt mit einer Wickelmaschine – dem so genannten Rotalocsystem. „Die Maschine, die sich während des Wickelvorgangs durch die Haltung zieht und das Profil close-fit an das Altrohr presst, verfügt nur über wenige Bauteile und ist nach dem Ablassen in den Startschacht und dem Montieren der Hydraulikarme betriebsbereit“ so Oeder weiter. Das System ist mit zwei Kameras ausgestattet, die eine permanente Kontrolle des Einbaus über einen Monitor im Überwachungswagen ermöglichen. Eine Kamera ist in Wickelrichtung ausgerichtet und dient zur Positionskontrolle während die andere Kamera den korrekten Wickelvorgang und das exakte Zusammenpressen des Schlosses überwacht.

    Unterbrechungen möglich
    Der Wickelvorgang bietet mehrere verfahrenstechnische Vorteile. „Da selbst bei einer Nennweite von DN 1800 ein Zusammenbau der Wickelmaschine im Schacht möglich ist, erübrigt sich das Abnehmen von Schachtkonen und der damit verbundene Oberflächenaufbruch“ erklärt Dipl.-Ing. Fabian Lossie, Technical Sales Support Engineer, RIB LOC Australia PTY LTD. Außerdem kann die Sanierung bei Aufrechterhaltung der Vorflut bis ca. 25 % der Rohrfüllung ohne zusätzliche Wasserhaltung erfolgen. Auch die Risiken beim Einbau sind auf ein Minimum beschränkt. Energie für eine Erwärmung des Endlosprofils ist nicht nötig. Selbst bei Niederschlägen kann die Rotaloc-Maschine in der Haltung verbleiben. „Bei stärkeren Regenfällen oder wenn das Profil auf der Spindel zu Ende gegangen ist, besteht darüber hinaus die Möglichkeit, den Einbauvorgang zu unterbrechen“, beschreibt Lossie eine weitere Besonderheit des Verfahrens. Nach einer Reduzierung des Querschnitts kann die Wickelmaschine dann verfahren oder – wenn nötig – zerlegt und geborgen werden. Zur Wiederaufnahme des Wickelvorganges wird die Maschine an der vorgesehenen Position wieder eingebaut.

    Alle Verfahren aus einer Hand
    Der Ablauf und das Ergebnis der Sanierungsarbeiten in Göggingen haben Auftraggeber und Planer überzeugt. Nach dem Erreichen des Zielschachtes war die durchfahrene Haltung mit einem glattwandigen PVC-Rohr vollständig ausgekleidet und die Wickelmaschine konnte geborgen werden. In einem weiteren Arbeitsgang öffnete ein Arbeiter die Hausanschlussleitungen. Sie werden üblicherweise verspachtelt oder mit Hutmanschetten eingebunden. Die abschließende Überprüfung der Dichtigkeit bescheinigte die 100-prozentige Funktionstüchtigkeit des sanierten Kanalabschnittes. Entsprechend positiv fällt das Fazit des Auftraggebers aus. Neben dem reibungslosen und schnellen Bauablauf wird die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen wie DIRINGER & SCHEIDEL, das als einer der wenigen Hersteller ein umfassendes Programm an Sanierungstechniken anbietet, besonders hervorgehoben. Dieser Umstand sowie das vorhandene Fachwissen tragen nach Meinung der Beteiligten wesentlich dazu bei, die für eine Sanierungsmaßnahme technisch optimale und wirtschaftlich vernünftige Variante auszuwählen. Das Angebot bei DIRINGER & SCHEIDEL reicht vom Compact Pipe-Verfahren über die Zementmörtelauskleidung, Gewebeschlauch-Relining, Swagelining, Rohrrelining, den CityLiner als einzige mobile Tränkfabrik, die Robotertechnik, Grundleitungssanierung bis hin zu Berstverfahren und Handsanierung sowie Hutstutzen für den Hausanschlussbereich. „Mit einem Angebot, das alle gängigen Sanierungstechniken umfasst, lassen sich individuelle, auf die Aufgaben der Kunden zugeschnittene, technisch ausgefeilte und wirtschaftliche Lösungen realisieren“, erklärt Dipl.-Ing. Martin Schuster, Technischer Leiter, DIRINGER & SCHEIDEL Rohrsanierung GmbH&Co. KG, NL München. „Wer alle Sanierungsverfahren beherrscht, ist im Gegensatz zu der Vielzahl von Unternehmen, die nur ein Verfahren anbieten, handlungsfähiger und wesentlich überzeugender in der Lösung der gestellten Aufgaben.“ Doch bei DIRINGER & SCHEIDEL geht man noch einen Schritt weiter. „Wir verstehen uns als Anbieter aller gängigen Sanierungsverfahren aus einer Hand“, beschreibt Schuster die Unternehmensphilosophie. „Hinzu kommt: Im Hause ist man innovativen Techniken stets aufgeschlossen und jederzeit bereit, die Verfahren unter Baustellenbedingungen zu testen und notfalls zu modifizieren.“ So wird das Wickelrohr-Reliningsystem nach dem erfolgreichen Einsatz in Göggingen zukünftig die D&S-Produktpalette im Sondervorschlagswesen zur Sanierung großer Kreisprofile erweitern.
    Thomas Martin Kommunikation