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Pressemitteilungen

    26.04.2005Statisches Berstlining – ideal in dicht bebauten Gebieten - Ohne Rammen und Stoßen

    Statisches Berstlining – ideal in dicht bebauten Gebieten - Ohne Rammen und StoßenSchneidkopfm März dieses Jahres wurden Teile des Kanalnetzes im Leuschnerweg im Göttinger Ostviertel erneuert. Aufgrund der Höhenlage der Leitungstrasse und aufgrund der engen Wohnbebauung entschied sich die Stadtentwässerung Göttingen für eine Sanierung mit dem statischen Berstlining-Verfahren. Den Auftrag für die Sanierungsarbeiten erhielt die DIRINGER & SCHEIDEL Rohrsanierung GmbH&Co.KG. Mit der Ausführung der begleitenden Tiefbauarbeiten wurde die K. Emmeluth GmbH & Co.KG betraut. Beim Berstlining wird die alte Leitung in einem Arbeitsgang zerstört und ins umliegende Erdreich verdrängt, während zeitgleich die neuen Rohre eingezogen werden. Bemerkenswert ist der Umstand, dass im Gegensatz zum dynamischen Verfahren beim statischen Berstlining der Einbau des neuen Rohrstrangs nahezu erschütterungsfrei verläuft. Weitere Vorteile: Die Sanierung erfolgt ohne große Beeinträchtigungen von Straßenverkehr und Umwelt. Zudem werden die Gesamtkosten aufgrund des geringen Tiefbauaufwandes und der kurzen Bauzeit gering gehalten.

    Bei der Sanierung des Göttinger Kanalnetzes kommen verschiedenste Verfahren zum Einsatz. „Entsprechend der Vorgabe, mit modernen Techniken möglichst umweltschonend ohne Aufgrabungen und kostengünstig Kanalsanierungen zu betreiben, entscheidet sich die Stadtentwässerung Göttingen dabei zunehmend für Linertechniken, bei der ein neues Rohr in die beschädigte Haltung eingezogen wird“, erklärt Bau.-Ing. Werner Döge, Ingenieurberatung Göttingen. Nach Meinung des erfahrenen Planers stellt das Berstlining eine echte technische und wirtschaftliche Alternative zur offenen Bauweise, aber auch zu manchen anderen grabenlosen Sanierungsverfahren dar. „Nach gründlicher Analyse der Rahmenbedingungen und der Kalkulation der Kosten haben wir uns bei der Sanierung der stark beschädigten Abwasserleitung im Leuschnerweg für eine Kombination verschiedener Verfahren entschieden“, so Döge weiter. „Die Lage der beschädigten Leitung schloss eine Erneuerung der gesamten Haltung in offener Bauweise aus. Zudem hätte der Bodenaushub aus dem Verwertungsbereich Z 2 aufwändig entsorgt werden müssen.“ Die zu sanierende Haltung aus Steinzeugrohren mit der Nennweite DN 150 war insgesamt 36 m lang. Die ersten 10 m wurden in offener Bauweise erneuert, wobei die Baugrube gleichzeitig als Maschinengrube für die Berstlafette diente. Von dort aus wurde ein Berstgestänge über eine Länge von 26 m bis zur nächsten Baugrube geführt. Hier erfolgte die Montage von Messerkopf und Aufweithülse. Die hydraulisch betriebene Lafette zog dann das gesamte Gestänge mit den vorab zusammengeschweißten neuen Rohren wieder zurück. Eingebaut wurden Polyethylenrohre in der Nennweite DA 180, die mit einem zusätzlichen Schutzmantel ausgestattet sind. Das hochwertige coextrudierte Material verhindert beim Einzug Beschädigungen durch Scherben der zerstörten alten Leitung.

    Einzug erschütterungsfrei
    „Durch den Messerkopf und die Aufweitung wird die alte Leitung aufgeschnitten und ins umliegende Erdreich gedrückt“, erläutert Dipl.-Ing. Dieter Klaum, DI-RINGER & SCHEIDEL-Niederlassung Wetzlar. Je nach den hydraulischen Erfordernissen und den Bodenverhältnissen vor Ort ist hierbei eine Nennweitenvergrößerung von bis zu zwei Dimensionen möglich. „Zeitgleich mit der Aufweitung erfolgt der Einzug des Neurohres.“ Im Gegensatz zum dynamischen Verfahren verläuft der Einbau des neuen Rohrstrangs beim statischen Berstlining nahezu erschütterungsfrei. „Der Messerkopf mit der Aufweitung und dem anhängenden Rohrstrang rammt sich nicht vorwärts“, beschreibt Klaum das technische Verfahren. „Er wird erschütterungsfrei und mit sehr großer, relativ konstanter Kraft gezogen.“ Mit Berstlining können Altrohre aus Steinzeug, Asbestzement, Grauguss, Kunststoff oder unbewehrtem Beton sowie Stahlrohrleitungen mit Schweißverbindungen im Nennweitenbereich von DN 80 bis DN 700 erneuert werden. Das Ergebnis ist einer Neuverlegung gleich zu setzen. Die seitlichen Anschlüsse müssen in offener Bauweise angebunden werden. Sehr oft wird dieses Verfahren auch bei der grabenlosen Erneuerung von Gas- und Wasser-Versorgungsleitungen eingesetzt.
    © Thomas Martin Kommunikation