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Pressemitteilungen

    06.05.2008Montageverfahren von D&S am Bahnhof Bamberg - Zügige Sanierung unter den Gleisen

    Montageverfahren von D&S am Bahnhof Bamberg - Zügige Sanierung unter den GleisenGFK-Kurzrohre wurden mit einer Winde in die Haltung eingezogen81 und 107 m lang waren die Teilstrecken eines Abwasserkanals, den die DIRINGER & SCHEIDEL ROHRSANIERUNG im Auftrag des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt Bamberg (EBB) unter Gleisanlagen auf Höhe des Bamberger Hauptbahnhofs saniert hat. Aufgrund der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen hatte sich der Auftraggeber für eine Ausführung mit dem so genannten GFK-Kurzrohrrelining entschieden. Das hat sich in vielerlei Hinsicht bezahlt gemacht: Der Zugverkehr konnte in allen Bauphasen ungehindert weiterfließen und zeit- und kostenaufwändige Umpumparbeiten, wie sie beim Einsatz von anderen Verfahren nötig gewesen wären, konnten weitestgehend entfallen. Außerdem wurde das Risiko für den Fall eines Regenereignisses minimiert. Darüber hinaus verlief der Einbau der neuen Eiprofile in der Nennweite DN 900/1350 aufgrund der von D&S speziell für das Montageverfahren entwickelten Werkzeuge flexibel und reibungslos.

    „Die Sanierung des alten Eiprofils DN 1100/1650 war nötig geworden, da bei der routinemäßigen Kamerabefahrung dem Alter des Kanal entsprechende Schadensbilder festgestellt wurden“, erklärt Dipl.-Ing. Bernhard Ruppert, Sachgebietsleiter Kanalunterhalt, Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Bamberg (EBB). Nach genauer Prüfung der Rahmenbedingungen entschied sich der Auftraggeber gemeinsam mit dem beratenden Ingenieurbüro GAUL für eine Ausführung im GFK-Kurzrohrrelining. „Wir haben ursprünglich auch eine Inlinersanierung in Betracht gezogen, aber in diesem Fall hätte die zu sanierende Haltung für rund vier Tage abgesperrt werden müssen“, erläutert Peter Eichhorn, Leitung Rohrsanierung, GAUL Ingenieure. „Ein Mehrkosten-Aufwand von rund 180 000 Euro“, wie Karlheinz Zeh, zuständig für die Kanalsanierung im EBB, ergänzt. „Da zudem eine Querschnittsreduzierung hydraulisch möglich war, bekam das Montageverfahren den Zuschlag.“

    Unterbrechung möglich
    „Dieses Verfahren wird zurzeit häufiger eingesetzt“, stellt Dipl.Ing. (FH) Johannes Raab, DIRINGER & SCHEIDEL ROHRSANIERUNG, fest. Nach Meinung des D&S-Bauleiters handelt es sich um eine äußerst flexible Sanierungstechnik, die auch unter wirtschaftlichen Aspekten punkten kann. Zudem bietet sie technologische Vorteile, die den Bauablauf positiv beeinflussen können. Montage- bzw. Auskleidungsverfahren eignen sich hervorragend für die Instandsetzung von begehbaren Abwasserkanälen. Dabei werden Rohrsegmente oder Sonderprofilsegmente wie zum Beispiel Ei-, Kasten-, Maul- oder Drachenprofile als Vollmodul bzw. geteiltes Element über Baugruben in den zu sanierenden Kanal eingebracht und dort mit Hilfe von Montagehilfen montiert. Interessant für den Auftraggeber: Auf kostenintensive Umpumparbeiten, die bei einigen anderen Sanierungsverfahren notwendig werden, kann beim Montageverfahren verzichtet werden, da das Abwasser durch das neue Profil fließt. Ebenso wichtig: Unterbrechungen bei unerwarteten Regenereignissen sind kurzfristig und schadlos möglich. Die Fortsetzung der Arbeiten kann mit nur geringem Aufwand zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

    Modifizierte Montagetechnik
    Diese Vorteile haben Auftraggeber und Planer in Bamberg ebenfalls überzeugt. Nach der Erstellung der notwendigen Startgrube in der Pödelsdorferstraße wurden GFK-Kurzrohre in den zu sanierenden Kanal eingebracht und dort mit Montagehilfen montiert. Den Ablauf schildert D&S-Bauführer Hans Gradl: „Nach der Erstellung des Startschachtes wurden die vorgesehenen Eiprofile mit einem geeigneten Hebegerät in die Baugrube eingehoben und auf einer verfahrbaren Stahlrahmenkonstruktion, dem so genannten Montagewagen abgelegt.“ Nach dem hydraulischen Anheben der neuen Rohrstücke haben die Arbeiter den Montagewagen in die zu sanierende Haltung geschoben, wobei der Transport zur Einbaustelle permanent überprüft und bei Bedarf korrigiert wurde“, so Gradl weiter. Nach dem Erreichen der Einbaustelle wurde das neue Rohr hydraulisch abgesenkt und Muffe und Spitzende zusammengeführt. Nach Lagesicherung des Rohrstranges wurde der Ringspalt haltungsweise abgemauert und mit hochfließfähigem Dämmer verfüllt.

    Auftraggeber und Planer sind mit dem Ergebnis der Sanierungsarbeiten sehr zufrieden. Die Montage der neuen Eiprofile hat reibungslos geklappt. Eingebaut wurden GFK-Rohre in der Standardlänge von 3 m. Lediglich dort, wo Radien ausgekleidet werden mussten, kamen Rohre mit Längen von 1 m bzw. 1,50 m zum Einsatz. Zum schnellen Bauablauf hat nach Meinung der Beteiligten auch das von D&S modifizierte Montageverfahren beigetragen. Zum Beispiel durch eine verfeinerte Technik und modernste Werkzeuge wie dem Montagewagen, der vor Ort in kürzester Zeit an die Rahmenbedingungen der Baustelle angepasst werden kann.
    © Thomas Martin Kommunikation