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Pressemitteilungen

    20.12.2012Zwei Nennweiten – ein Schlauch

    Zwei Nennweiten – ein SchlauchEinbau des Schlauchliners mit Mobilkran und SeilwindeAm Ende ging alles schnell und reibungslos: In nur kurzer Zeit hatte die Einbaukolonne der DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG GmbH & Co. KG den maroden Regenwasserkanal unter dem Werksgelände eines großen Logistikunternehmens im Bremer Stadtteil Hemelingen saniert. Bei der neutralen Ausschreibung der hanseWasser Bremen GmbH für eine grabenlose Sanierung hatte sich der Einsatz eines lichtaushärtenden Schlauchliners durchgesetzt, wobei letztendlich wirtschaftliche Aspekte den Ausschlag gaben. Das Verfahren überzeugte den Auftraggeber vor allem mit Blick auf die kurze Einbauzeit und die hervorragenden Materialeigenschaften, aber auch in Bezug auf die Flexibilität: Trotz der schwierigen Zugänglichkeit und des Dimensionswechsels in der Mitte der 120 m langen Haltung konnte der bereits im Werk entsprechend vorkonfektionierte GFK-Liner in einem Stück eingezogen werden.

    Mittlerweile sind in der Hansestadt Bremen alle Kanäle mindestens einmal mit der Kamera befahren worden und die Ergebnisse in weiten Teilen digital erfasst“, erklärt Projektleiter Dipl.-Ing. Rainer Dammann von der hanseWasser Bremen GmbH. Die Gesamtlänge der öffentlichen Kanalisation beträgt rund 2.350 km. Hiervon entfallen 720 km auf Mischwasser, 920 km auf Schmutzwasser und 710 km auf Regenwasser. Im Zuge der Befahrung ist auch der Sanierungsbedarf an dem Regenwassersammler festgestellt worden, der unter den Gebäuden eines namhaften Logistikunternehmens an der Weser-Ems-Straße liegt. „Dabei handelte es sich um die für die Nutzungsdauer des Betonrohres typischen Schäden wie Korrosion, Risse und Scherbenbildung“, erinnert sich Dammann. Zur Anwendung kam ein grabenloses Sanierungsverfahren, für dessen Ausführung die DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG den Einzug eines glasfaserverstärkten Liners empfahl. Hierbei spielten wirtschaftliche und technologische Überlegungen eine Rolle. Auch der Umstand, dass bei diesem Verfahren auf den sonst typischen Inversionsturm und die für die Aushärtung notwendige Wasserhaltung verzichtet werden konnte, haben zu der Entscheidung beigetragen. „Bei dem GFK-Liner handelt es sich um einen mehrlagigen, korrosionsbeständigen Liner, der mit einer Außen- und Innenfolie versehen ist und mit Polyesterharz getränkt zur Einbaustelle geliefert wird“, erläutert Dipl.-Ing. Christian Jurthe, Qualitätsbeauftragter der DIRINGER&SCHEIDEL ROHRSANIERUNG GmbH & Co. KG, NL Oldenburg. „Er wird ausschließlich aus hochwertigen Materialien gefertigt, die ebenso wie das verwendete Harz strengen Qualitätsmaßstäben unterliegen und regelmäßig im Labor geprüft werden.“

    Mit Mobilkran und Seilwinde
    Der Einbau des Schlauchliners erfolgte von einem Schacht neben einem befestigten Forstweg, der entlang des Firmengeländes verläuft. In einem ersten Arbeitsgang wurden die Haltungen vorbereitet. Eine Kolonne bestehend aus drei Personen wurde hierfür von der D&S-Rohrsanierung abgestellt. „Nach einer gründlichen Reinigung und einer erneuten Kamerabefahrung haben die Männer eine Seilverbindung zwischen Start- und Zielschacht herstellt“, beschreibt Bauleiter Dipl.-Ing. Hergen Schütt aus der D&S-Niederlassung Oldenburg den weiteren Ablauf. Im nächsten Schritt zogen sie eine Gleitfolie in die Haltung ein, die den Liner vor Beschädigungen schützt. Ein 30-t-Mobilkran hob dann den getränkten Schlauch vom LKW über die Schachtöffnung, während er sukzessive von der Seilwinde in die zu sanierende Haltung eingezogen wurde. Aufgrund des Dimensionswechsels von DN 1000 auf DN 900 war der Schlauchliner bereits im Werk aus zwei Stücken in den jeweiligen Nennweiten zusammengenäht worden, wobei ein Stützschlauch den Übergang verstärkt. Diese Vorgehensweise war nötig geworden, da der ursprünglich in der Mitte der Haltung vorhandene Schacht bei der Bebauung des Geländes entfernt worden war. „Der Einzug des Liners mit dem Mobilkran stellte die beste Variante dar“, so Dammann, „denn das Aufstellen eines Inversionsturms hätte einen deutlichen Mehraufwand bedeutet.“

    Aushärtung mit Lichterkette
    Nach dem vollständigen Einzug wurde der Liner am Anfang und am Ende mit Spezialpackern verschlossen und dann mit Druckluft aufgestellt. Dabei legt sich der Schlauch close fit an das Altrohr an. Anschließend erfolgt die Aushärtung mit einer fahrbaren UV-Lichterkette. Der Aushärteprozess wird dabei kontinuierlich elektronisch überwacht. „Nach erfolgter Aushärtung des Inliners werden die Packer am Lineranfang und -ende entfernt, die Innenfolie gezogen und eine Dichtheitsprüfung der Haltung durchgeführt“, so Bauleiter Schütt weiter. „Das Ergebnis der Sanierungsmaßnahme ist eine voll funktionsfähige, dichte Rohrauskleidung, welche die statische Tragfähigkeit unterstützt.“ Nach dem Öffnen vorhandener Anschlussleitungen durch den Fräsroboter konnte der Leitungsabschnitt noch am selben Tag wieder in Betrieb genommen werden.

    Mit dem Ablauf und der eingesetzten Technik auf der Baustelle in Bremen-Hemelingen waren alle Beteiligten rundum zufrieden. „Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse und Zugänglichkeit, aber auch hinsichtlich der kurzen Aufstell- und Aushärtzeiten des UV-Liners war der Einsatz dieses Produktes absolut richtig“, lautet das Fazit von Projektleiter Dammann, für den neben den bautechnischen Parametern auch die hochwertige Qualität des eingesetzten Materials mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und damit auch auf einen nachhaltigen Kanalbau ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt.
    © Thomas Martin Kommunikation